Hart erkämpftes Remis gegen München-Ost - TSV Ismaning III 21:21 TSV München-Ost II

Das letzte Heimspiel im Jahr 2018 - natürlich wollten die Damen III des TSV Ismaning da vor heimischer Kulisse noch einmal aufspielen und den treuen Fans ein schönes Spiel bieten. Und geboten wurde den Fans tatsächlich etwas - nur leider nicht ganz so wie geplant. Was die Zuschauer an diesem Samstagmittag in der Realschulhalle erlebten, war nicht weniger als die nervenaufreibendste Partie der gesamten Hinrunde. 60 Minuten Spannung. 60 Minuten Zittern. 60 Minuten Kampf. Doch von Anfang an: Trotz des eingangs erwähnten Vorsatzes, noch einmal das volle Potential des Teams abzurufen, tat man sich von Beginn an schwer. Die ersten Treffer der Partie landeten allesamt im Ismaninger Tor, die Isis selbst wirkten nicht ganz wach, kamen nur langsam in Fahrt. Doch sie kamen schließlich in Fahrt: Die Abwehr stabilisierte sich etwas, und auch im Tor der Gäste aus Ost landeten nun die ersten Bälle. Doch nach wie vor wirkten die Gastgeberinnen, als spielten sie mit angezogener Handbremse. Zu viele unnötige Fehler, sowohl offensiv als auch defensiv, unterliefen der Mannschaft, welche Ost auch immer wieder für sich zu nutzen wusste. Dennoch gelang es den Isis immerhin, sich nicht abschütteln zu lassen, und mit dem Pausenpfiff schaffte man es sogar noch, mit dem Treffer zum 11:10 erstmals in Führung zu gehen. Doch dem knappen Vorsprung zum Trotz - mit der bisher gezeigten Leistung konnten weder Spielerinnen noch Trainerinnen zufrieden sein. Letztere versuchten deshalb entsprechend auch, die Mannschaft mit ihrer Halbzeitansprache wachzurütteln. Leider schien bei den Mädels nur wenig davon anzukommen, denn nach Wiederanpfiff zeigte sich das selbe Bild wie zuvor - die Isis ließen ihr gewohntes Niveau weit vermissen, während München-Ost an diesem Tag klar das wachere Team stellte. Entsprechend entwickelte sich die Partie von einem offenen Schlagabtausch auf Augenhöhe immer mehr zu Gunsten der Gäste. Die kurzzeitige Führung der Heimmannschaft - schon lange vergessen. 1 Tor, 2, 3... auf ganze 4 Tore wuchs der Vorsprung der Gegner zwischenzeitlich an. 15:19 und nur noch 10 Minuten zu spielen - die Zuschauer auf der Tribüne, sie ahnten schon Schlimmes. Das Ismaninger Trainergespann Schwaiger/Krabichler reagierte, und es reagierte goldrichtig. Die genommene Auszeit schien genau das zu sein, was die Mannschaft gebraucht hatte um endlich, endlich aufzuwachen. Mit neuem Elan, Kampfgeist und allen verbliebenen Kräften stemmten sich die Ismaningerinnen gegen die drohende Niederlage - und das mit Erfolg. Bis auf ein 19:19-Unentschieden kämpfte sich das Team heran. Doch auch Ost wollte den schon sicher geglaubten Sieg nicht mehr aus der Hand geben, zog in Überzahl noch einmal zwei Tore davon - lediglich zwei Minuten vor Spielende. Zwei Minuten, 120 Sekunden für die Isis, das Spiel erneut zu drehen. Wie lang und kurz zugleich 120 Sekunden sein können, dass mussten nun sämtliche Personen in der Realschulhalle erfahren: Die Zuschauer, egal welches Team sie anfeuerten, die Spielerinnen des TSV München Ost II, die nur wenige Sekunden vom Sieg trennten, und die Ismaningerinnen, denen die Zeit zwischen den Fingern zerronn. Spannung pur, sämtliche Nerven zum Zerreißen gespannt. Nach 48 Sekunden die erste kleine Erlösung für die Heimmannschaft durch Therry Ismair mit ihrem insgesamt zehnten und wichtigsten Treffer des Tages. Noch ein Tor, noch 112 Sekunden. Doch nun war Ost wieder am Ball. Die Gäste versuchen logischerweise, diesen so lange wie möglich in ihren Reihen zu halten und wenn möglich den endgültigen Treffer zum Sieg zu erzielen. Doch dann - der Fehler, der Ballverlust, Ball bei den Isis, noch 15 Sekunden. Ost noch im Rückzug, die Isis in vollem Lauf, Pass zur freistehenden Sara Lutz auf Linksaußen, noch zwei Sekunden, der Wurf - und das erlösende Tor, Ausgleich, 21:21, buchstäblich in letzter Sekunde. Mit dem direkt folgenden Schlusspfiff gab es für die Damen III kein Halten mehr - gesammelt stürmten die Spielerinnen auf das Feld und auf Sara zu, jubelten, umarmten sich, feierten, als wäre es der Siegtreffer gewesen. War es in gewisser Hinsicht auch - zwar nicht auf dem Papier, doch im übertragenen Sinn: Als Sieg des Kampfgeistes und des Teamzusammenhalts, als das Spiel schon verloren geglaubt war.

Beides werden die Damen III auch am kommenden Samstag beim letzten Spiel der Hinrunde wieder brauchen, um diese mit einem Sieg abzuschließen. Gegner wird der TSV Trudering sein, nach den bisherigen Spielergebnissen wohl eine ebenso unberechenbare Wundertüte wie die Isis. Das Spiel findet am 15.12. um 16.15 in Trudering statt. Die Mannschaft hofft ein letztes Mal in 2018 auf zahlreiche Unterstützung von der Tribüne!

 

Es spielten: Ela Wimmer (Tor), Ina Zeisl, Manu Lombardo (1), Therry Ismair (10/6), Sara Lutz (3), Manu Brosig (2), Natti Jörges, Lulu Müller (4), Moni Spiegelberger, Lisa Lutz (1), Juli Steinkohl, Carina Reiter, Jessi Lombardo