Ismaning gewinnt Charaktertest in Mainburg

Ersatzgeschwächtes Ismaninger Team gewinnt schwieriges Auswärtsspiel bei TSV 1861 Mainburg mit 21:27. Trotz schwacher Chancenausbeute ist Trainer Ilg zufrieden mit der Reaktion seiner Mannschaft.

Nach dem Unentschieden gegen Sauerlach waren die Vorzeichen gegen Mainburg nicht besonders rosig. Ohne die etablierten Stammkräfte Teschner, Zobel und Baierlein sowie ohne die Musikbox und Kaltgetränken im Gepäck trat eine stark dezimierte und zudem noch angeschlagene Mannschaft die Auswärtsfahrt nach Mainburg an. Trainer Ilg forderte eine Reaktion seiner Mannschaft auf das zurückliegende Ergebnis gegen Sauerlach und insbesondere mit Blick auf die Tabelle war allen Beteiligten klar, dass weitere Punktverluste mit aller Kraft vermieden werden sollten. Zur Unterstützung dieses Vorhaben gelang dem Trainerduo Ilg/Nortz mit der kurzfristigen Reaktivierung des Abwehrspezialisten und Motivators Stefan „Latti“ Lattner ein besonderer Schachzug.

Die Isardevils stellten von Beginn an eine ordentlich stehende Verteidigungsreihe unter der Führung von Marc Simon auf die Platte. Allerdings vergaß der Angriff insbesondere in den ersten 15 Minuten aus völlig freistehenden Positionen die Murmel im gegnerischen Gehäuse unterzubringen. Ein mitgereister Fan der Gastmannschaft fasste diese Phase wie folgt zusammen: „Mit der Anzahl der Fahrkarten hätte man im MVV Gebiet problemlos ein Schönes-Wochenendticket für den gesamten Kader buchen können.“ Folgerichtig mahnte Cheftrainer Ilg seine Mannschaft in der frühen Auszeit beim Stand von 7:5 und erinnerte das Team an den immer noch ausreichend vorhandenen Platz zwischen dem gut aufgelegten Keeper der Hausherren und seinem Gehäuse. Die Mannschaft legte den Hebel um und verwertete anschließend die sich bietenden Einwurfmöglichkeiten, erzielte erst den Ausgleich, dann die Führung und baute diese anschließend basierend auf der weiter stabilen Abwehr aus. Mit 10:13 schickten die Unparteiischen die Spieler in die Kabine.

Ilg erinnerte in seiner Halbzeitansprache an das vergangene Spiel gegen Sauerlach, bei dem ebenfalls zur Halbzeit ein 3-Tore-Vorsprung auf der Anzeigetafel leuchtete. Anders als in der Vorwoche wurde der Vorsprung jedoch diesmal mit einer soliden aber keiner glanzvollen Leistung in Angriff und Abwehr weiter verwaltet, der Vorsprung blieb bis zur 52. Minute konstant bei drei Toren, ehe das Ergebnis dann in den letzten Spielminuten noch nach oben geschraubt werden konnte. Grund dafür war unter anderem Hexer Lorenz Mayr, der zwei Siebenmeter der Heimmannschaft spektakulär entschärfte und sich damit für seine sehr guten Leistungen in den zurückliegenden Trainingseinheiten belohnte. Außerdem konnte sich die Mannschaft im zweiten Abschnitt auf die Treffsicherheit von Markus Neubauer verlassen, der als bester Feldtorschütze der Gäste mit insgesamt sechs Treffern aus der Halle ging.

Ismaning gewann somit auswärts verdient und unterm Strich ungefährdet mit 21:27 und kehrt in die Erfolgsspur zurück. Trotz der Ausfälle zeigte die Mannschaft Charakter, Einstellung und vor allem Moral. „Der Fokus nächste Woche wird auf der Chancenverwertung liegen, allerdings nicht nur beim Handball.“, wie Cheftrainer Ilg seiner Mannschaft versicherte. Der Trainer machte auch klar, dass es im nächsten Spiel eine Leistungssteigerung braucht. Denn dann geht es für die Isardevils gegen die starke zweite Mannschaft der SG Regensburg mit Ex-Ismaninger Daniel Hertel im Gehäuse. Anpfiff ist wie gewohnt um 19:30 Uhr in eigener Halle.

Kader: Mayr (2 Siebenmeter/beide gehalten), Miranda-Jahn, Notz (8/3), Neubauer (6), Mannel (4), Schwetz, Udovicic (je 3), Mansare, Nickel, Simon (je 1), Elsinger, Höge, Lattner