Zehn schwache Minuten letztlich spielentscheidend - TSV Ismaning III 22:32 FC Bayern München

10 Minuten - so unbedeutend kurz uns diese Zeitspanne oft erscheinen mag, so lang kann sie doch im Sport sein. 600 Sekunden, in denen so vieles passieren kann, sich Spiele um 180 Grad drehen können. Im Basketball, im Fußball, aber besonders im Handball. Und so waren es auch vergangenen Samstag nur 10 Minuten, die das Spiel der Damen III des TSV Ismaning gegen den FC Bayern München komplett auf den Kopf stellten.
Dabei begann diese Partie zunächst, wie man sich das Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die aktuell an der Tabellenspitze ihrer Liga stehen, vorstellt: Nach einem vorsichtigen ersten Abtasten entwickelte sich schnell ein offener Schlagabtausch. Zwar dank gehäufter technischer Fehler auf beiden Seiten nicht auf dem Niveau eines Spitzenspiels, aber dennoch spannend, temporeich und vor allem eines - auf Augenhöhe. Auch nach 20 Spielminuten war es keiner Mannschaft gelungen, sich einen Vorsprung zu erspielen, 9:9 stand es zu diesem Zeitpunkt. Es sollte der letzte Gleichstand sein. Während der Tabellenführer aus München langsam zur Bestform auflief, liefen die Isis ab diesem Zeitpunkt nur noch hinterher - und das wortwörtlich. Konter um Konter, verursacht durch leichtfertige Abschlüsse und unnötige Fehler, stürmten die Spielerinnen des FC Bayern nun auf das Ismaninger Tor und bestraften jede einzelne Unkonzentriertheit gnadenlos. Die 10 Minuten bis zum Pausenpfiff reichten den Gästen, um die Damen III - man kann es nicht anders sagen - spielerisch auseinander zu nehmen. 600 Sekunden, ein 9:1-Lauf für Bayern, Halbzeitstand 10:18 aus Ismaninger Sicht. Die Vorentscheidung?
Nein, waren sich die Isis und ihre Trainerinnen einig. So niederschmetternd diese Phase des Spiels auch gewesen sein mag, so sehr brannten die Mädels nun darauf, dieses Formtief in Halbzeit zwei vergessen zu machen. Denn wie schnell neun Tore im Handball geworfen sind, das hatte das Team ja eben vom FC Bayern eindrucksvoll gezeigt bekommen.
Motiviert und kämpferisch starteten die Gastgeberinnen deshalb in die folgenden 30 Minuten, stemmten sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. Doch so sehr sich die Mädels auch verausgabten - die Fehler der ersten Spielhälfte erwiesen sich letztlich doch als zu schwerwiegend. Auch wenn jede Spielerin bis zum Schluss kämpfte, so konnte die Mannschaft doch zu keinem Zeitpunkt zu ihrem gewohnten Niveau und Spielfluss finden, weder defensiv noch offensiv. Dass man so leider keinen 8-Tore-Rückstand aufholen kann - einleuchtend. So ging nach 60 Minuten schließlich auch der FC Bayern als klarer und verdienter Sieger vom Feld.
Doch auch wenn es den Isis in diesem Spiel nie gelang, ihr eigentliches Potential abzurufen, so ging die zweite Halbzeit trotz des bereits hohen und demotivierenden Rückstands doch lediglich mit zwei Toren verloren - ein klares Zeichen dafür, dass die Mannschaft sich nicht aufgegeben hat, dass sie weitergekämpft hat, bis zum Schluss.

Diesen Kampfgeist, aber vor allem seine eigentliche Spielstärke muss das Team bereits am Sonntag, 19. Januar, unter Beweis stellen. Denn die Spiele werden nicht leichter: Der nächste Gegner, SG Süd/Blumenau II, ist aktuell Tabellenvierter und lauert nur darauf, die Isis nun auf dem falschen Fuß zu erwischen und ihnen den zweiten Tabellenplatz streitig zu machen.

Die Isis brauchen deshalb mehr denn je die lautstarke Unterstützung ihrer treuen Fans! Packt Mutti, Vati, Oma, den Hund und alles, was sonst noch Beine hat ein und kommt am Sonntag um 14 Uhr in die Realschulhalle in Ismaning - Das #TeamSchee zählt auf euch!

Es spielten: Marina Maricic und Ela Wimmer (beide Tor), Ina Zeisl (1), Manu Lombardo (3/1), Therry Ismair (3/3), Vane Wittmann (2), Manu Brosig (1), Natti Jörges (3), Lulu Müller, Isi Schömig (2), Lisa Lutz (3), Juli Steinkohl (2), Carina Reiter (2), Steffi Felsner