Nach zwei vorgeschalteten Qualifikationsrunden in Haunstetten und Birkenau hatte der weibliche Nachwuchs des TSV Ismaning zum ersten Mal die Chance einer direkten Qualifikation für die Jugendbundesliga. Dieses Ziel wurde einerseits denkbar knapp und andererseits doch recht deutlich verpasst.
Am (sehr) frühen Sonntag Morgen machten sich die Mädels, gemeinsam mit ihren Trainern und einer großen Zahl von Fans, die später - ausgerüstet mit Trommeln und einer kräftigen Stimme - für reichlich Stimmung sorgen sollten, auf den knapp zwei-stündigen Weg nach Göppingen. Zum ersten Mal überhaupt hatte man dort die Möglichkeit einen der begehrten Jugendbundesligaplätze zu erspielen. In der eigenen Dreiergruppe müsste hierzu der erste Platz belegt werden - oder der zweite, wenn man im Anschluss gegen den Zweiten der anderen Gruppe gewinnen könnte.
Den Auftakt konnten die Isis den beiden anderen Mannschaften Erlangen und Göppingen überlassen. Voller Interesse verfolgten die Spielerinnen den Kampf der körperlich unterlegenen Erlangerinnen, die das Spiel aber mit viel Herz und Kampfgeist lange offen halten konnten. Erst zum Ende des Spiels setzten sich die Gastgeberinnen durch. Damit war auch klar, dass Erlangen gegen Ismaning bereits vor dem Aus stehen und alles in die Waagschale werfen würde. Eine Situation, der sich die Mädels bewusst waren und wegen der von Anfang an mit höchstmöglicher Spannung und viel Einsatz agiert werden sollte.
In den ersten zehn Minuten des Spiels gelang das recht gut. In der Abwehr gewann man, teilweise auch glücklich, immer wieder Bälle und setzte die Erlangerinnen unter Druck. Im Angriff verlagerte man immer wieder schön und kam zu guten Wurfchancen. Leider kam mit der zehnten Minute auch der Bruch. Hinten war man nun viel nachlässiger, betrieb nicht mehr den notwendigen Aufwand und musste so immer wieder einfache Tore hinnehmen. Vorne konnte man die Manndeckung nicht lösen. Ein 2-Tore-Rückstand zur Halbzeit war die logische Folge. In der zweiten Hälfte setzte sich der negative Trend leider fort und man musste die guten Gegnerinnen auf bis zu fünf Tore davonziehen lassen. Erst in den letzten Minuten bäumten sich die Isis noch einmal auf und verkürzten auf zwei Tore zum Endstand von 21-23.
Mit diesem Ergebnis war bereits klar, dass eine Niederlage gegen Göppingen im letzten Gruppenspiel das Ende aller Jugendbundesligaträume bedeutet hätte. Gleichzeitig wusste man aber auch: Ein Sieg mit drei Toren würde auf Grund des besten Torverhältnisses für den Einzug in die höchste deutsche Jugendklasse reichen. Also ähnliche Verhältnisse wie in der Woche zuvor in Birkenau, wo die Ismaningerinnen bereits schon einmal ein äußerst wichtiges Spiel gegen den Bundesliganachwuchs bestreiten mussten - und gewinnen konnten.
Gegen die körperlich großen Spielerinnen der Baden-Württemberger wollte man wiederum mit einer sinkenden 3+3-Abwehr agieren. Das hatte ja schon einmal funktioniert. Außerdem sollte der Fokus auf einem guten Gegenstoß- und vor allem Rückzugsverhalten gegen die pfeilschnellen Außen des Gegners liegen. Und dieser Plan ging wieder auf. Zwar zeigten die Göppinger diesmal einige neue Angriffsmuster, doch mit großem Einsatz und viel Laufbereitschaft erkämpfte man sich schon sehr früh eine 5-Tore-Führung. Leider kam mit der fortschreitenden Spieldauer auch die Müdigkeit und man musste immer wieder einige „dumme“ Tore hinnehmen, die man zu Anfang des Spiels vielleicht noch verhindert hätte. Und so gelang es Göppingen kurz vor Ende des Spiels sogar in Führung zu gehen. Doch jetzt zeigte sich die mentale Stärke der Isis. Sie bäumten sich noch einmal auf, holten sich mehrere Bälle und stellten wieder auf eine 2-Tore-Führung. 15 Sekunden vor Schluss gewinnen sie sogar noch einmal den Ball, möchten einen Gegenstoß laufen, aber der Ball wird aus der Hand geschlagen, der Pfiff der Schiedsrichter bleibt aus, das Spiel ist vorbei. Eventuell das Tor, das zum Eintritt in die Jugendbundesliga geführt hätte. Betrachtet man natürlich das ganze Spiel und die hohe Zahl nicht genutzter freier Abschlüsse, dann kann man das Ergebnis sicher nicht an dieser einen Entscheidung festmachen. Aber trotzdem…
Mit diesem Sieg erspielte sich die weibliche A-Jugend ein Endspiel gegen die stark eingeschätzten Freiburger aus der anderen Qualifikationsgruppe. Der Sieger qualifiziert sich direkt für die Jugendbundesliga, während der Verlierer am 13. und 14. Juni eine weitere Runde spielen muss. Die Mädels nahmen sich noch einmal vor mit viel Einsatz und Engagement zu spielen um diese Chance zu nutzen. Doch schon in den ersten Minuten zeigte sich, dass das Spiel gegen Göppingen sehr viel Kraft gekostet hatte. Nicht nur körperlich, sondern auch mental brachte man nicht mehr die nötige Spannung auf und musste direkt zum Anfang des Spiels einen 0-3-Rückstand hinnehmen. Bis zur Halbzeit stand es bereits 9-16. Über den Rest des Spiels muss man nicht allzu viele Worte verlieren. Die Isis versuchten viel um noch einmal heran zu kommen, aber Freiburg war an dem Tag eine Nummer zu gut. Der Endstand von 20-25 geht damit völlig in Ordnung.
Zum Ende muss man sagen, dass den Ismaningerinnen noch völlig die Stabilität im Spiel abgeht. Mal zeigt man gute bis sehr gute Leistungen, mal verkriecht man sich und schenkt ein Spiel fast schon her. Aber ist das so überraschend? Nach der extrem zerrissenen Vorbereitungen, nach den vielfältigen Verletzungen und mit der geringen Erfahrung?
Im Endeffekt ist nichts passiert. Mitte Juni steigt die nächste Runde und man hat erneut die Chance auf die Jugendbundesliga. Dann mit vier Wochen Vorbereitung mehr, mit neu hinzugewonnener Erfahrung, mit weniger Verletzten und - vielleicht sogar - zuhause in der Hölle Süd!