Am vergangenen Wochenende gastierte die weibliche A-Jugend der Isis in Birkenau um die erste überregionale Qualifikationsrunde zur Jugendbundesliga-Saison 2015/16 auszuspielen. Mit dem TSV Birkenau, der SG Kappelwindeck/Steinbach, der TPSG Frischauf Göppingen und der SG H2KU Herrenberg warteten namhafte Gegner (und Teilnehmer der letztjährigen Jugendbundesligen) auf den einzigen bayerischen Verteter in dieser Qualifikationsgruppe. Aus der gelungen bayerninternen Qualifikation konnte man kaum Schlüsse auf das Abschließen gegen diese baden-württembergischen Talentschmieden ziehen und so war den Spielern und Verantwortlichen die Spannung durchaus anzumerken.
Nach einer recht gut verlaufenden Fahrt, kamen alle Mädels wohlbehalten in der idyllisch gelegenen Spielstätte der Birkenauer an und machten sich erstmal ein wenig mit der Umgebung vertraut, bevor man in die erste Spiel, ausgerechnet zu Beginn direkt gegen Birkenau, startete. Den Gegnerinnen merkte man von Beginn an die große Motivation im Spiel gegen die Isis an, hatten diese sie doch in der letzten Saison mehrfach schlagen können. Gleichzeitig schienen die Ismaninger mit den Köpfen noch in der Kabine zu sein. Ein Umstand, der dazu führte, dass man innerhalb kürzester Zeit deutlich in Rückstand lag. Den konnte man zwar wieder aufholen und sogar kurz in Führung gehen, doch letztendlich setzten sich die Birkenauer wieder ab und gewannen am Ende verdient mit sechs Toren.
Ein herber Dämpfer für die Jugendlichen, denen mit Göppingen jetzt ausgerechnet der am stärksten eingeschätzte Gegner ins Haus stand. Den körperlich sehr starken Gegner wollte man mit einer sehr offensiven Abwehr zu ungeliebten Zweikämpfen mit viel Abstand zum Tor zwingen. Eine Ausrichtung, die tatsächlich Früchte trug und immer wieder einfache Ballgewinne erzeugte. Mit viel Kampf und einer gehörigen Portion Mut gegen die defensive 6-0 erzielte man immer wieder wichtige Tore und blieb konstant mit ein bis zwei Toren in Führung. Erst zum Ende hin wackelte das Ergebnis noch einmal ein wenig - Göppingen glich sogar einmal aus - doch die Isis kämpften um den Sieg und holten sich die ersten zwei Punkte mit 25-23 Toren.
Ein durchaus versöhnlicher Abschluss des ersten Tages, den man in einem gemütlichen Besuch in einem nahe zum Hotel gelegenen Italiener bei gutem Essen abschloss, bevor die Mädels verdientermaßen in die Betten fielen.
Durch den recht entspannten Spielplan wurde den Eltern, Trainern und Spielerinnen ein entspannter Morgen mit ausgiebigem Frühstück und genug Zeit beschert. Erst um 13:40 Uhr musste man zum dritten Spiel des Wochenendes gegen die HSG H2KU Herrenberg auf der Platte stehen. Die Gegnerinnen waren aufgrund großer Verletzungsprobleme nur mit einer kleinen Besetzung und einer Mischung aus B- und A-Jugendlichen angereist um sich eine Geldstrafe wegen Zurückziehens zu ersparen. So konnten die Isis sich recht schnell absetzen und verschiedenste Besetzungen ausprobieren um am Ende deutlich mit 33-22 zu gewinnen.
Die Situation vor den letzten beiden Spielen "Birkenau - Göppingen" und "Ismaning - Kappelwindeck/Steinbach" war klar:
- gewinnt Birkenau sind sie erster, verlieren sie, zweiter.
- verliert Birkenau, dann ist Göppingen dritter, sollten die Isis gleichzeitig gewinnen.
- gewinnt Birkenau und die Isis verlieren, dann sind sie ausgeschieden.
Im ersten der beiden Spiele entwickelte sich ein spannendes Duell, bei dem sich Birkenau immer weiter absetzen konnte und schon wie der Sieger erschien. Zumindest bis der Trainer sein TimeOut nahm, seine zweite (eher klein gewachsene ~165cm) Reihe einwechselte und sie scheinbar instruierte gegen die sehr wurfstarken und großen Göppinger (~190cm) eine 6-0-Formation zu bilden und sich auf ihren Block sowie Torfrau zu verlassen. Ein taktischer Kniff, der nach hinten losging. Nicht nur, weil die Spielerinnen selbst springend leicht überworfen werden konnten, sondern auch, weil der Torhüterin wohl versehentlich falsche Wurfbilder mitgeteilt worden waren. Leider gab es kein weiteres TimeOut um den, bald offensichtlichen, Fehler (8-0-Lauf von Göppingen) zu korrigieren, die ( ...armen...) Ersatzspieler mussten das Spiel deutlich mit fünf Toren verlieren und sich die Pfiffe der eigenen, enttäuschten Fans anhören.
Für die Isis war aber von vornherein klar, dass das Spiel gegen Kappelwindeck/Steinbach gewonnen werden muss. Dementsprechend konzentriert gingen sie die Vorbereitung auf das letzte Turnierspiel an - nur kurz unterbrochen, weil das Erstaunen über die Vorgänge auf dem Spielfeld etwas ablenkte. Nach Anpfiff entwickelte sich schnell ein intensives und vor allem extrem kampfbetontes Spiel. Nach kurzer Zeit fiel Vero nach einem Schlag auf den Kopf aus. Dennoch könnte man stets eine knappe Führung behaupten und sich immer wieder durchsetzen. Zur Halbzeit waren aber sowohl Alicia, als auch Natti mit zweimal 2-Minuten vorbelastet, was die Trainer bereits zu ersten Planungen für den Fall der Fälle brachte. Und tatsächlich bekommt Alicia kurz darauf die dritte Zeitstrafe, weil sie das Spielfeld zu früh betreten haben soll. Etwas später stürzt Ami Wulff nach einem Foul auf den Kopf und fällt zusätzlich aus - genauso wie Verena Weber. Doch die restlichen Spielerinnen kämpften tatsächlich - und das kann man fast wörtlich nehmen - bis zum Umfallen. Ob auf dem Spielfeld oder auf der Bank, alle hielten zusammen und holten sich völlig verdient den Sieg (21-17).
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Entsprechend erreichte man punktgleich mit Göppingen und Birkenau den dritten Platz und spielt am kommenden Sonntag in Göppingen in einer von zwei Dreiergruppen mit Erlangen und Göppingen um den Einzug in die Jugendbundesliga, beziehungsweise die nächste Qualifikationsrunde. In der anderen Gruppe treten Birkenau, Freiburg und Schozach/Bottwartal gegeneinander an. Die jeweils Gruppenersten sind direkt für die Jugendbundesliga qualifiziert. Gleiches gilt für den Sieger des Entscheidungsspiel der beiden Zweiten. Dessen Verlierer erreicht gemeinsam mit dem Gewinner des Spiels der Gruppendritten die nächste Runde der Quali, die dann im Juni stattfinden würde.