wA3 Landesliga- Qualifikation, erster Zwischenhalt

Von Manfred Bamberger am 26.04.2016 in Allgemein, Archiv

Quali-Turniere sind schwierig. Sie liegen im langgezogenen Endspurt der Schulen und wenn es dann noch A-Jugend Qualis sind und für die weibliche Jugend, wird es doppelt problematisch. Die Vorbereitung, unmittelbar startend nach Saisonende, findet nur rudimentär statt. Um das plastisch auszudrücken: von 70 möglichen Trainingseinheiten (Einheiten mal Spieler) wurden 37 wahrgenommen. Jede Entschuldigung für sich war stichhaltig und doch bedeutete sie eine schlechtere Vorbereitung.
Umso erstaunlicher die Ergebnisse der Ismaninger wA3 im ersten Landesliga-Qualifikationsturnier in Schwabmünchen. In dieser Klarheit und Dominanz hätte niemand den Turniersieg erwartet.
wA3_ Turniersieger_in_Schwabmünchen


Der Reihe nach:
Vier Spiele, vier Siege. Die Spielzeiten jeweils 2 mal 15 Minuten.


Ismaning – Schwabmünchen: 17:15
In der ersten Halbzeit ein dominantes Spiel der Isis, 7:5. Es war klar, dass sich die Entwicklung der ersten 15 Minuten in der zweiten Hälfte fortsetzen würde, so kam es. Schnell wurde ein vier Tore Abstand hergestellt und stabil gehalten. Das veranlasste den Trainer beim Stand von 15:11 zum Wechseln, die jungen und die unerfahrenen Spielerinnen kamen zum Einsatz. Vielleicht vorschnell, denn nun holte Schwabmünchen beständig auf, bis die Ismaninger beim Stand von 16:15 und Spielminute 28 dann die Auszeit nahmen und die erste Sechs wieder aufs Feld schickten. Ein abgezocktes Tor vom Kreis und die stabilisierte Abwehr stellte den Endstand von 17:15 her. Bemerkenswert Sophia Dölger, die ein Tor ums andere erzielte und am Schluss mit fünf Treffern gleichauf mit Vornamensvetter Sophia Krabichler lag. Hervorragend hier die Anspiele an Sophia D. express von Rückraum Mitte oder von Rückraum Rechts nach 1:1 Aktionen von Maria Koller. Über die wird noch zu reden sein, auch über Kathi Krecken.


Laim – Ismaning 8:19
Ein Waterloo für den Trainer. Vor dem Spiel hatte er nochmal erläutert, wie man gegen eine 3:2:1 angreift – so verteidigten die Laimer in ihrer ersten Begegnung, und dann stellten sich die Münchner an die sechs Meter Linie und spielten defensiv. Laim ging schnell in Führung, 1:0. Von da an hatten sie Ismaning nicht mehr viel entgegen zu setzen. Die größere Erfahrung der älteren Isi-Mädels und die größere Begeisterung der jungen Isi-Spielerinnen setzte sich schnell durch. Über 1:5 ging es mit 4:8 in die Halbzeitpause – in der es nicht viel zu sagen gab. Der Wiederanpfiff setzte das muntere Spiel fort, die Ismaninger konnten nun auch den ein oder anderen Schnellangriff zeigen und besonders Sara Lutz glänzte mit sehenswerten Rückraumaktionen. Endstand 8:19. Das Spiel hatten die nächsten Gegner aus Burlafingen beobachtet und die mitgereisten Eltern berichteten, dass doch eine gewisse Besorgnis bei den Schwäbinnen entstanden war.


Ismaning – Burlafingen 21:11
Das Schlüsselspiel, bereits vor dem Turnier nach Spielplan und Papierform der Gegner (falsch – Netzinformationen) erkannt. Dem Trainer lagen Detailinformationen vor und – wie angekündigt – wurde die Nummer zwei der Burlafinger als Schlüsselspielerin ausgemacht und als zu kontrollieren identifiziert. Das Ergebnis: zwei Tore von ihr. Kommen wir zurück auf Kathi und Maria. Auch den Beiden gelang es in hervorragender Zusammenarbeit, Maria auf der ungewohnten HM-Position, Kathi auf HL, die Ausnahmespielerin der Neu-Ulmer Vorstädter zu kontrollieren. Und im Angriff zeigten die Beiden, was gute Ausbildung bewirken kann. Maria mit Angriff auf die Lücken zwischen den Abwehrspielern, Richtungs- und Tempowechsel und Durchsetzungswillen: Tor oder 7m. Und Kathi mit ebenso sehenswerten 1:1 Aktionen gegen Spielerinnen, die nicht nur zwei Köpfe größer, sondern auch entsprechend schwerer waren. Durchsetzungswillen – nicht stoppen und auf den Pfiff warten, sondern weiter, weiter, bis der Gegner loslässt und der Wurf frei wird. Beeindruckend. Zitat des Schiedsrichters (trainiert die LL-Damen des HG Ingolstadt): an der Nummer 3 wirst Du noch viel Freude haben. Der Trainer der Ismaninger ergänzt: an der 7 (Sophia Dölger) und an der 10 (Maria Koller) auch. Und bevor ein falscher Eindruck entsteht: die guten Leistungen der Nachwuchskräfte waren möglich, weil die arrivierten Spielerinnen ihnen eine sichere Basis geboten haben. Dafür gehört den „Älteren“ ein großes Lob. Zurück zum Spiel und schnell berichtet: die ersten paar Minuten ging es hin und her, Burlafingen führte 1:0 und 3:2. Ismaning stellte sich auf die Gegner ein, handelte besser in der Abwehr und ließ sich einfach nicht stoppen. Die Isis gingen 4:3 in Führung und bauten die auf 8:4 zur Pause aus. In der zweiten Spielhälfte wurde die Spielfreude der Mädels immer deutlicher, mit sehenswerten Passfolgen spielten sie Lulu frei oder Links-oder Rechtsaußen und kamen so zum Endergebnis von 21:11. Burlafingen muss man an dieser Stelle zu Gute halten, dass dies ihr viertes und letztes Spiel war, Ismaning hatte erst drei.


Schwab/kirchen -  Ismaning 7:12
Das letzte Spiel in einem Quali-Turnier mit fünf Teams ist immer schwierig. Alle Teilnehmer sind müde, die Entscheidungen gefallen und doch müssen noch dreißig Minuten Handball absolviert werden. Ismaning steht bereits als Turniersieger fest. Entsprechend zäh – zumindest optisch – entwickelt sich die Begegnung. Obwohl die Isis die Schwab/kirchener (im Übrigen eine Spielgemeinschaft aus Bergkirchen und Schwabhausen) schnell mit 0:4 abhängen, kommen die zurück und gleichen auf 5:5 aus, Halbzeit 5:6 für Ismaning. Bis dahin läuft das Match wie in Zeitlupe. Eine kurze Erinnerung an eine goldene Regel der Ismaninger wA-Teams zum Pausentee: wir wollen jedes Spiel gewinnen. Und die, die am Ende eines langen Turniers mehr gewinnen wollen, werden das auch. Das haben sich wohl auch die Schwab/kirchner vorgenommen, denn sie lassen sich zunächst nicht abschütteln. Erst in den letzten fünf Minuten kann sich Ismaning absetzen zum Endstand von 12:7.


Fazit:  nur die wirklichen Insider haben den Turniersieg erwartet – jedoch nicht so. Nicht so eindeutig. Grund war die Entwicklung der Mannschaft über die Turnierspiele hinweg („wie ein kleines Trainingslager“ meinte meine Frau Andrea. Das Zusammenspiel, auch über die Jahrgangsgrenzen hinweg, hat sich am Samstag gut entwickelt. Die Nachwuchskräfte haben eingeschlagen, alle drei mit beeindruckenden Leistungen (Sophia Dölger hat ja schon gegen PSV in der Punkterunde gezeigt, was sie kann). Magische Momente im Handball gibt es immer wieder und wir haben sie am Samstag erlebt. Dann, wenn junge Spieler in kritischen Momenten zeigen, wie sie selbstbewusst mit Herausforderungen umgehen und welches Potential in ihnen steckt.
Die älteren Spielerinnen haben die Jungen mitgenommen. Diese Ismaninger lassen sich kein Spiel mehr aufdrücken. Sie spielen ihr eigenes und setzen es durch -  bis zum Turniersieg.
Wir sind Alle beeindruckt.


Mitgespielt haben:
Giuli Prillwitz im Tor, Kathi Krecken, Sara Lutz, Sophia Dölger, Sophia Krabichler, Maria Koller, Brosig Manu, Müller Lulu, Leni Cubera


PS: der fehlende Eintrag in nuliga mag seinen Grund darin haben, dass die wA3 nicht in die BYL-Quali aufsteigen kann, weil da die wA2 schon ist. 

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