Nach dem verpatzten Saison-Auftakt trat die weibliche C1 am Sonntag erstmals zu Hause an. Die neu formierte JSG Fürther Land, in der auch die aus der vorjährigen Landesliga bekannten Altenbergerinnen spielen, machte sich nach einer knappen Niederlage gegen Würm-Mitte Hoffnungen auf den ersten Saison-Sieg gegen die angezählten Ismaningerinnen.
Offenbar hatte die deutliche Schlappe am ersten Spieltag bei unseren Mädels aber auch Positives bewirkt. Statt den Gegner einfach gewähren zu lassen, versuchten sie zumindest zeitweise ein eigenes Spiel aufzuziehen. Besonders im Abschluss war deutlich mehr „power“ zu sehen. Die immer noch hohe Zahl an eigenen technischen Fehlern verhinderte aber leider, dass sich das Team klar absetzen konnte. Statt dessen entwickelte sich eine enge Partie, bei der sich keine der Mannschaften mehr als zwei Tore Vorsprung erarbeiten konnte. So stand es zur Pause unentschieden 17:17. Besonders erfreulich waren bis hierhin die beiden Tore von Hannah Hansch, die sich bei ihrem ersten Auftritt in der Bayernliga souverän zeigte.
Im zweiten Durchgang begannen die Isis stark und konzentriert und zogen auf 24:21 davon. Aber die Gäste aus Franken hatten die Partie noch nicht aufgegeben und nutzen jeden Fehler, um sich bis auf 32:32 heranzukämpfen und dann sogar in Führung zu gehen. In den extrem spannenden letzten fünf Minuten legten unsere Mädels aber einen Endspurt hin, glichen mit sehenswerten Einzelleistungen aus und erzielten in der letzten Minute das Siegtor zum 37:36.
Auch wenn die in den letzten Wochen sichtbar gewordenen Schwächen noch nicht überwunden sind, gab es doch einige Situationen, in denen die Abstimmung wieder stimmte, Laufwege bekannt waren und Kombinationen erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Die Forderung der Trainerinnen nach „Vollgashandball“ wurde so weit ernst genommen, wie es die körperlichen Fähigkeiten zuließen: 37 Treffer sehen im Gegensatz zu nur 15 (!) gegen Haunstetten ermutigend aus. Dazu bewiesen in der ständig knappen Partie alle Spielerinnen Kampfgeist bis zum Schluss. Auch das ist eine erfreuliche Steigerung.
Für ein Gesamtfazit sollten noch ein paar zusätzliche Fakten berücksichtigt werden: Anna-Lena musste erstmals ein komplettes Spiel zwischen den Pfosten ausharren. Auch wenn sie die erkältete Nummer 1 Vroni würdig vertrat, muss doch nicht erklärt werden, dass Konzentration und Reaktionsschnelligkeit irgendwann leiden. Franzi und Nele müssen verletzungsbedingt die Zähne bei jedem Schritt fest zusammenbeißen und können definitiv nicht ihre volle Leistung zeigen. Auch der krankheitsbedingte Ausfall von Laura schwächt die Bank und schränkt die Wechseloptionen zusätzlich ein.
Wenn alle wieder fit sind und konsequent an ihrer Leistung arbeiten, besteht nach diesem Lebenszeichen des Teams wieder Hoffnung, dass an frühere Erfolge angeknüpft werden kann.
Nächste Woche tritt mit dem 1. FC Nürnberg einer der beiden Titel-Aspiranten vor die Tore der Hölle Süd. Die Partie gegen den amtierenden bayerischen Meister ist das Highlight im Spielplan und verspricht einen handballerischen Leckerbissen. Unsere Mädels freuen sich über jeden Zuschauer und lautstarken Fan!
Es spielten: Anna-Lena Spitzweck (Tor), Katharina Krecken (5/4), Nele Rohmert, Lucia Ivinac (8), Franziska Blask (4), Maria Koller (6/2), Jule Braun (2), Kristin Wimmer (4), Hannah Hansch (2)
Bericht: Michael Koller